Adalbert Stifter

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Adalbert Stifter auf einem Gemälde von Bertalan Székely von Adámos, 1863, Linz, Oberösterreichisches Landesmuseum

Adalbert Stifter (* 23. Oktober 1805 in Oberplan, Böhmerwald, heute Horni Plana, Tschechien; † 28. Januar 1868 in Linz) war ein böhmisch-österreichischer Schriftsteller, Maler und Lehrer.

Leben und Wirken

Stifter studierte ab 1826 Jura in Wien, daneben besuchte er mathematische und naturwissenschaftliche Vorlesungen. 1837 heiratete er die Modistin Amalie Mohaupt. Obwohl er als Maler und Dichter allmählich Anerkennung fand, musste er seinen Lebensunterhalt zunächst vorwiegend als Hauslehrer verdienen. Erst 1850 erhielt er eine feste Anstellung als Inspektor für die oberösterreichischen Volksschulen. 1853 wurde er zum Konservator von Oberösterreich ernannt. Als solcher war er unter anderem an der Restaurierung des gotischen Altars von Kefermarkt beteiligt.

Stifter war mit Franz Xaver Rosenberger befreundet, in dessen Rosenberger Gut in Lackenhäuser er sechsmal von 1855 bis 1866 mit seiner Frau und Ziehtochter das Obergeschoss im Seitenflügel, das sogenannte Ladenstöckl, als Ferienquartier bewohnte. Hier schrieb er große Teile des historischen Romans Witiko. Heute befindet sich hier das Adalbert-Stifter-Mueseum.

Zwei Tage vor seinem natürlichen Tod am 28. Januar 1868 in Linz infolge einer Grippe und Leberinfektion unternahm er einen Selbstmordversuch. Er wurde auf dem St. Barbara-Friedhof in Linz beerdigt.

Bezug zum Böhmer- und Bayerischen Wald

Stifter wird öfters als Dichter des Böhmerwaldes bezeichnet, allerdings tritt nur in den Erzählungen Der Hochwald (1841), Granit (1852) und Der beschriebene Tännling (1845) Stifters Heimat im oberen Moldaugebiet stärker in den Vordergrund. In seinem historischen Roman Witiko (1864) und in dem Romanfragment Die Mappe meines Urgroßvaters (1841, letzte Fassung 1867) hat die Landschaft des Böhmerwaldes nur geringe Bedeutung, ebenso in der zum Teil auf bayerischer Seite spielenden Erzählung Der Waldbrunnen (1866). Umso ausgeprägter erscheint die Landschaft um den Dreisessel im Reisebericht Aus dem bairischen Walde (1867), worin Stifter über seinen Aufenthalt im Rosenberger Gut und über einen frühen Wintereinbruch im Bayerischen Wald erzählt.

Benennungen zu Ehren von Adalbert Stifter

Adalbert-Stifter-Straßen gibt es in zahlreichen Orte in Niederbayern: in Passau (siehe Adalbert-Stifter-Straße (Passau)), in Ruderting, in Ruhstorf an der Rott, in Pocking, in Jandelsbrunn, in Wegscheid, in Waldkirchen, in Büchlberg, in Schöllnach, in Ruhmannsfelden, in Sankt Oswald-Riedlhütte, in Zwiesel, in Frauenau, in Spiegelau, in Regen, in Deggendorf, in Metten, in Schwarzach, in Stephansposching, in Osterhofen, in Dingolfing, in Salching-Niederpiebing, in Frontenhausen, in Straubing, in Gangkofen, in Gerzen, in Vilsbiburg, in Neufahrn in Niederbayern, in Geisenhausen, in Landshut, in Pfeffenhausen, in Langquaid, in Abensberg, in Essenbach, in Bogen, in Viechtach, in Haidmühle, in Freyung, in Eggenfelden, in Kirchdorf am Inn, in Bayerbach, in Rotthalmünster und in Triftern. Im Landkreis Altötting haben Mehring, Burgkirchen an der Alz, Marktl, Emmerting, Tüßling und Garching an der Alz Adalbert-Stifter-Straßen.

Adalbert-Stifter-Wege befinden sich in Eging am See und in Fürstenzell. In Passau ist das Adalbert-Stifter-Gymnasium Passau und in Wegscheid die Adalbert-Stifter-Volksschule nach ihm benannt. In Hauzenberg steht die Adalbert Stifter Halle. Im sogenannten Ladenstöckl im Rosenberger Gut ist das Adalbert-Stifter-Museum untergebracht. Mehrmals war Stifter in Passau zu Besuch bei seinem Freund Franz Xaver Rosenberger im Hause Steinweg 4. An diesem Haus befindet sich eine Gedenktafel.

Literatur

  • Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Band 21 St - Teo, 1993, ISBN 3-7653-1121-9

Weblinks